Eine bedeutende Bronzegruppe mit nuancierter brauner Patina zeigt drei Frauen, Rücken an Rücken, in helle Tuniken gekleidet. Ihre Hände sind verschränkt und bilden scheinbar einen langsamen, bedächtigen Kreis. Die bedachte Eleganz ihrer Gesten, die Ruhe ihrer Gesichtsausdrücke und die Gleichförmigkeit ihrer Gesichter erinnern an die Antike. Die Bronze ruht auf einem Dreifuß mit reich verziertem, von der Renaissance inspiriertem Dekor und einem roten Samtsockel. Sie entstand Ende des 19. Jahrhunderts nach dem Vorbild des Denkmals für das Herz König Heinrichs II., das Germain Pilon im 16. Jahrhundert schuf. Sie trägt die Reduktionsmarke A. COLLAS. Die Bronze wurde vermutlich von Barbedienne gefertigt. An einem Hals befindet sich ein kleiner Riss. Maße der Bronze ohne Sockel: B: 45 cm, T: 40 cm, H: 96 cm. Maße mit Sockel: B: 45 cm, T: 40 cm, H: 103 cm. Das Denkmal für das Herz Heinrichs II. wurde 1561 von Katharina von Medici für ihren verstorbenen Ehemann in Auftrag gegeben. Es befindet sich in der Kirche des Cölestinerinnenklosters in Paris und sollte die Herzen des französischen Königs und der Königin beherbergen. Germain Pilon schuf die Graziengruppe, der Italiener Domenico Florentino den dreieckigen Sockel. Die Graziengruppe ist von einer antiken Gruppe der dreifachen Hekate inspiriert. Sie erinnert auch an eine Cassolette, die Raffael für Franz I. entwarf und Marcantonio Raimondi stach. Für die alten Römer symbolisierten die Grazien die eheliche Treue. Die Inschriften auf dem Sockel, die die unauflösliche Verbindung der beiden Ehepartner bezeugen, untermauern diese Interpretation. Das Denkmal legitimiert somit Katharina von Medicis politische Rolle in der Regierung des Königreichs. Das Original aus Marmor befindet sich im Louvre. Germain Pilon (Paris, ca. 1528–1590) zählt zu den bedeutendsten Bildhauern der französischen Renaissance. Er schuf die Grabmäler der französischen Könige des 16. Jahrhunderts. Als Sohn des Bildhauers André Pilon erlernte er von seinem Vater die Terrakotta- und Steinbildhauerei. Er wurde zum Kontrolleur der königlichen Punzen und Münzen ernannt und eignete sich zudem die Kunst des Bronzegusses und der Ziselierung an. Von 1558 bis zu seinem Tod arbeitete er am französischen Hof und schuf die Grabdenkmäler von Franz I. und Heinrich II., die Liegefiguren Heinrichs II. und Katharina von Medici sowie die königlichen Münzen. Er war auch ein vom französischen Adel geschätzter Bildhauer, der sich ebenfalls auf Grabkunst spezialisierte. Bibliografie: Datenbank der Werke im Louvre. http://www.louvre.fr/oeuvre-notices/monument-du-coeur-d-henri-ii Zeitraum: Spätes 19. Jahrhundert, Entstehungszeit: 1880 Abmessungen: B: 45 cm, T: 40 cm, H: 102 cm.
- Referenz :
- 2227
- Verfügbarkeit:
- Verkauft
- Breite :
- 45 (cm)
- Höhe :
- 102 (cm)
- Tiefe :
- 40 (cm)
- Kennung existiert:
- FALSCH