Eine vergoldete Bronzeskulptur zeigt ein junges Mädchen in einem Chiton, das Knöchelchen spielt. Sie ruht auf einem runden Sockel aus profiliertem Vert-de-Mer-Marmor. Die Vergoldung weist leichte Gebrauchsspuren auf. Die oft Pradier (1790–1852) zugeschriebene Skulptur „Die Knöchelchenspielerin“ ist in Wirklichkeit eine Kopie der berühmten antiken Statue gleichen Namens, die 1732 von Vigna Giustiniani entdeckt wurde und sich heute im Pergamonmuseum in Berlin befindet. Ein Abguss dieser Statue, der an der Französischen Akademie in Rom angefertigt wurde, diente mehreren Künstlern, die an der Akademie weilten, als Vorlage, darunter Claude Francin und Augustin-Félix Fortin. Auch Étienne Parrocel (1696–1776) fertigte um 1732 eine Zeichnung nach der antiken Skulptur an, die in der Joconde-Datenbank verzeichnet und im Louvre aufbewahrt wird. Die Bedeutung dieser Knöchelchen, die zweifellos symbolisch waren und neue Bräuche oder Glaubensvorstellungen im antiken Griechenland widerspiegelten, mag ebenfalls zu ihrer raschen Verbreitung beigetragen haben. Das hier im Spiel befindliche Zufallselement bezieht sich auf das Schicksal und die darüber herrschenden Götter. Für ein junges Mädchen, das zur Ehe bestimmt war, bedeutete dies, sich Aphrodite anzuvertrauen, einer Göttin, deren Bedeutung ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. zunahm. Der „Aphrodite-Wurf“, bei dem jeder Knöchelknochen auf einer anderen Seite landete, galt daher als der beste Wurf. Ebenso konnte ein junges Mädchen, das auf die Heirat wartete, als „Philastragale“ bezeichnet werden, was so viel wie „liebende Knöchelknochen“ bedeutet. Im Grab eines jungen Mädchens platziert, konnte die Figur somit das vereitelte Schicksal der zukünftigen Braut symbolisieren, die frühzeitig verstarb. Als Votivgabe in einem Heiligtum dargebracht, konnte sie gleichermaßen den Übergang von der Jugendlichen zur verheirateten Frau unterstreichen. Das Vorhandensein echter Knöchelknochen, die mitunter in beeindruckender Anzahl in bestimmten Gräbern oder Heiligtümern gefunden wurden, bestätigt den symbolischen Wert dieser Spielsteine. Bibliographie: Joconde-Datenbank. Zeitraum: Spätes 19. Jahrhundert, Um 1880. Maße: L: 27 cm, B: 27 cm, H: 30 cm.
- Referenz :
- 2232
- Verfügbarkeit:
- Verkauft
- Breite :
- 27 (cm)
- Höhe :
- 30 (cm)
- Tiefe :
- 27 (cm)
- Kennung existiert:
- FALSCH