Ein polychromer Tintenfasskorb aus Porzellan, signiert Jacob Petit. Er ist mit einer Vielzahl von Reliefblumen verziert: Veilchen, Tulpen, Chrysanthemen, Rosen und verschiedene Petuniensorten. Dieses Stück ist charakteristisch für den originellen und verspielten Stil des Meisters, mit seiner außergewöhnlichen Pflanzenfülle, dem Kontrast leuchtender Farben und der feinen und detailgetreuen Darstellung der Blütenblätter. Eine Rose und eine Chrysantheme verbergen die beiden Tintenfässer, die von Bienen als Henkeln gekrönt werden. Unter dem Boden befindet sich die blaue Markierung „JP“. Jacob Mordechai, genannt Petit (1796–1865), begann seine Ausbildung mit einem Malereistudium in Gros’ Atelier und unternahm anschließend zahlreiche Reisen nach Italien, in die Schweiz, nach Deutschland und England, wo er sich mehrere Jahre niederließ und verschiedene Handwerksberufe erlernte, während er gleichzeitig Bühnenbilder malte. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich um 1830 veröffentlichte er eine Sammlung von einhundert Tafeln zur Inneneinrichtung mit Entwürfen für Vasen, Möbel, Silberwaren und Tischlerarbeiten. Dabei orientierte er sich an früheren Stilen, wobei er die Antike und die Gotik bevorzugte. Nach einem kurzen Aufenthalt in Sèvres gründete er eine kleine Werkstatt in Belleville und erwarb später die Porzellanmanufaktur Baruch Weil in Fontainebleau, die er einige Jahre später nach Avon verlegte. Diese Manufaktur entwickelte sich zwischen 1830 und 1860 zu einer der renommiertesten und war bekannt für ihre von sächsischem Porzellan inspirierten Rokokoformen. Der äußerst eklektische Stil dieses Porzellanherstellers zeichnet sich durch die Anhäufung von Elementen aus früheren Stilrichtungen aus. Dazu gehören – einzeln oder in Kombination – Einflüsse der Troubadourgotik, der Renaissance, des Neoklassizismus, des Rokoko und des Fernen Ostens. Die fließenden Formen, die leuchtende Polychromie und die Fülle an Dekorationselementen bilden einen Kontrast zur von der Antike inspirierten Schlichtheit. Jacob Petits Werk, das zu seiner Zeit sowohl kritisiert als auch bewundert wurde, inspirierte zahlreiche Nachahmer verschiedener Hersteller. Authentische Stücke tragen seine blaue oder eingeprägte Marke „JP“. Bibliografie: Régine de Plinval de Guillebon, „Jacob Petit, the most romantic of Parisian porcelain makers“, L'Estampille/L'Objet d'art, Nr. 311, März 1997, S. 48–57. 19. Jahrhundert, um 1850. Maße: L: 26 cm, B: 17 cm, H: 12 cm.
- Referenz :
- 1899
- Verfügbarkeit:
- Verkauft
- Breite :
- 26 (cm)
- Höhe :
- 12 (cm)
- Tiefe :
- 17 (cm)
- Kennung existiert:
- FALSCH