Das „Pilz“-Set besteht aus einem Sessel und einem passenden Hocker mit Metallrohrgestell und Polyurethanschaumpolsterung. Das Set wurde neu mit blauem Wollkrepp bezogen. Der Sessel bietet mit seiner runden Form und sinnlichen Haptik einen bequemen und weichen Sitz. Hergestellt von Artifort.
Pierre Paulin (Paris, 1927 – Montpellier, 2009) war ein halbes Jahrhundert lang eine prägende Figur des französischen Designs und berühmt für seine eleganten und sinnlichen Sessel. Seine pilz- oder zungenförmigen Sitze, bezogen mit gelbem, orangem, rosa oder violettem Jersey, sind weltbekannt. Heute gehören sie zu den Sammlungen des MoMA in New York, des Musée des Arts Décoratifs in Paris, des Victoria and Albert Museum in London sowie der Museen von Sydney und Melbourne in Australien. Beeinflusst von skandinavischen Möbeln, japanischem Minimalismus und den amerikanischen Entwürfen von Charles und Ray Eames, schuf Pierre Paulin schlichte, funktionale, langlebige und erschwingliche Möbel, die charakteristisch für die Nachkriegszeit waren. Obwohl seine Kreationen Teil eines industriellen Ansatzes waren, der die wirtschaftlichen und soziologischen Realitäten der Zeit berücksichtigte, wurden seine kühnen Ideen oft von nachfolgenden Generationen aufgegriffen. Im Ausland war er zeitlebens bekannter als in Frankreich, dennoch stellte er bereits 1953 auf dem Salon des Arts Ménagers (Haushaltskunstmesse) aus. In den 1960er-Jahren formte Pierre Paulin die Schalen seiner Stühle aus Jersey oder Stretchstoff, wodurch die Konstruktion verborgen blieb und nahtlose, strenge, sinnliche und bequeme Sitzmöbel entstanden. Zu seinen bekanntesten Entwürfen zählen der Sessel „Ruban“ mit seinem skulpturalen Gestell, bezogen mit Zebra- oder Panthermuster, sowie die Modelle Champignon (Pilz) und Amphis, Spitzname „die Wurst“, deren Sitzfläche geschwungen ist. Nach langjähriger Zusammenarbeit mit der Industriedesignagentur AD SA gründete er 1979 die Firma Pierre Paulin, wo er im Rahmen eines Teams Industriedesign für Marken wie Calor, Tefal und PSA entwarf. Bibliographie: A. Chapoutot, „Pierre Paulin. Un univers de formes“ (Pierre Paulin. Ein Universum der Formen), Paris, Du May, 1992. Ein ähnliches Modell ist auf Seite 38 farbig abgebildet. Design Era, ca. 1963
- Referenz :
- 1616
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- Verkauft
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- FALSCH