Seltene, dreiteilige Panoramatapete in Sepiatönen mit der Darstellung der „Geschichte von Psyche“. Die Tafeln sind von Jean de La Fontaines Roman „Die Lieben von Psyche und Amor“ (1669) inspiriert. Psyche ist eine Prinzessin von so großer Schönheit, dass sie die Eifersucht der Venus weckt. Die Göttin befiehlt Amor, in ihr eine rasende Leidenschaft für einen Mann von niedrigem Stand zu entfachen. Stattdessen verliebt sich der Gott in sie und führt sie mit Hilfe des Westwinds Zephyr zu einem Palast. Jeden Abend besucht Amor sie und verbietet ihr, seine Identität zu ergründen. Doch eines Nachts nähert sich Psyche ihrem Geliebten und erleuchtet ihren Weg mit einer Öllampe. Amor erwacht und verlässt die junge Frau sogleich. Psyche begibt sich auf die Suche nach ihrem Geliebten und gelangt schließlich zu Venus’ Palast. Die Göttin unterzieht das junge Mädchen einer Reihe von Prüfungen, die Psyche dank göttlicher Hilfe bestehen kann. Dieses Panoramabild entstand 1815 nach einer Komposition von Louis Laffite (1770–1828) und Merry-Joseph Blondel (1781–1853) für die Manufaktur Dufour. Die beiden Künstler ließen sich von den berühmten Malern des Neoklassizismus, François Gérard (1770–1837) und Pierre-Paul Prud’hon (1758–1823), inspirieren. Die Szenen sind wie folgt angeordnet: – Szenen 3 und 4: „Psyche, von den Zephyren entführt“ (Maße: 195 × 116 cm) – Szenen 13 und 14: „Psyche versucht, den schlafenden Amor zu erstechen“ (Maße: 195 × 116 cm) – Szenen 18–20: „Psyche bringt Venus einen Krug Wasser vom Jungbrunnen“ (Maße: 195 × 170 cm). Alle drei Tapetenbahnen sind betitelt und nummeriert. Die Tapete wurde neu unterlegt und befindet sich in einem guten Zustand mit einigen Gebrauchsspuren und Feuchtigkeitsspuren. Tapeten erfreuten sich im 19. Jahrhundert außerordentlicher Beliebtheit, da sie günstiger als bemalte Holzvertäfelungen waren und somit auch für die wohlhabende Bourgeoisie erschwinglich wurden. Die Tapetenherstellung beginnt mit der Erstellung einer Skizze, entweder in der Fabrikwerkstatt oder durch einen freiberuflichen Designer. Sobald die Skizze von der Fabrikleitung freigegeben ist, geht der Entwurf an die Industriedesigner, die ihn an das gewählte Druckverfahren anpassen. Sie legen das Farbschema fest, unterteilen das Motiv entsprechend und fertigen die Probedrucke an oder lassen sie anfertigen. Schließlich wird das Motiv gedruckt; hierfür stehen verschiedene Drucktechniken zur Verfügung: Tiefdruck, Holzschnitt, Zylinderdruck, Siebdruck, Schablonendruck und handbemalte Abschnitte. Die Erstellung unseres Panoramadrucks war eine technische Herausforderung, da sich kein Motiv von Bahn zu Bahn wiederholt. Für das gesamte Werk wurden mehrere gravierte Holzstöcke benötigt, die alle von Hand gedruckt wurden. Die Manufaktur Joseph Dufour, die das Modell herstellte, erhielt für dieses Werk 1819 auf der Ausstellung französischer Industrieprodukte eine Silbermedaille. Eine Version von „Die Geschichte der Psyche“ in 12 Tafeln, die 1872 von der Manufaktur Desfossé & Karth neu aufgelegt wurde, befindet sich im Musée des Arts Décoratifs in Paris. Bibliographie: Odile Nouvel-Kammerer, „Panoramic Wallpapers“, Paris, Flammarion, 1990, S. 262–263; Online-Datenbank für dekorative Kunst: http://www.lesartsdecoratifs.fr/francais/musees/musee-des-arts-decoratifs/parcours/xixe-siecle/le-beau-ideal-un-style-pour-l-empire/papier-peint-panoramique-l-histoire-de-psyche-psyche-rapportant-a-venus-un Kaiserzeit, um 1815
- Referenz :
- 2201
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- FALSCH