Ein äußerst seltenes Bidermeier-Klavier aus der Frühzeit, furniert mit Mahagoni, Ebenholz und Zitronenholz, verziert mit vergoldeten Bronzebeschlägen und aufwendig ziselierten Schnitzereien. Neben Klaviatur und Resonanzboden beherbergt der Innenraum eine Arbeitsfläche mit verschiedenen Objekten aus Perlmutt, Kristall und vergoldeter Bronze. Das Klavier ruht auf einem Gestell aus vier geschwungenen Beinen und einem Sockel aus Mahagonifurnier. Signiert vom Klavierbauer Sebastian Kober.
Die Biedermeierzeit erstreckt sich von 1815 (Wiener Kongress) bis 1848 (Beginn der Revolution von 1848/49) in den Staaten des Deutschen Bundes und Österreichs. Politisch ist sie mit der deutschen Restauration und der Entwicklung dieser Staaten nach der napoleonischen Ära und dem Wiener Kongress verbunden. Der Begriff Biedermeier bezeichnet sowohl die bürgerliche Kultur und Kunst dieser Zeit als auch die Literatur jener Epoche. Die Einschränkung der Freiheiten und vor allem ein gewisses Misstrauen gegenüber politischem Handeln veranlassten Künstler, sich in die Privatsphäre, in Familie und Heim, zurückzuziehen. Die Flucht in ein idyllisches Leben und die Abgeschiedenheit sind daher typische Themen. Schon der Dichter Jean Paul sprach von „vollkommenem Glück in der Beschränkung“. Biedermeiermöbel, obwohl stilistisch nicht einheitlich, zeichnen sich durch ihre schlichte Eleganz aus. Sie sollen nicht beeindrucken, sondern zum Wohlbefinden beitragen und vor allem funktional sein. Die ersten Möbel dieses Stils entstanden in Wien und orientierten sich an englischen Möbeln. Aufgrund der großen Bedeutung und Wertschätzung handwerklicher Arbeit handelt es sich bei typischen Biedermeier-Möbeln eher um kleinere Stücke wie Kommoden, Sekretäre oder Nähtische.
- Referenz :
- 637
- Verfügbarkeit:
- Verkauft
- Breite :
- 78 (cm)
- Höhe :
- 85 (cm)
- Tiefe :
- 56 (cm)
- Identifizieren existiert:
- FALSCH