Eine Uhr aus der Restaurationszeit aus fein geschliffenem Kristallglas mit einer ziselierten und vergoldeten Bronzefassung. Rechts vom Uhrwerk, das die Signatur „Le Roy à Paris“ trägt und von einer mit Blattwerk verzierten Süßwarenschale bekrönt wird, steht ein Flötenspieler. Der Aufstieg des französischen Kristalls begann im 19. Jahrhundert. Dank Fortschritten in Chemie und Maschinenbau konnte es in großen Mengen produziert werden und wurde so für viele Menschen erschwinglich, blieb aber dennoch ein Luxusgut. Im 19. Jahrhundert lag die französische Kristallproduktion in den Händen von vier Kristallmanufakturen: Die Königliche Glashütte Saint-Louis, 1767 in Muntzthal gegründet, entdeckte als erste die Geheimnisse der Kristallherstellung, indem sie Beobachter nach England entsandte. Von da an spezialisierte sich Saint-Louis auf Luxusglaswaren und wandte sich später dem Opalkristall zu. Der Oberbegriff „Baccarat-Kristall“ umfasst die Produktion dreier Manufakturen: Vonèche, 1778 bei Lüttich gegründet und 1802 von Aimé-Gabriel d’Artigues, dem Neffen des Direktors von Saint-Louis, übernommen. Nachdem Vonèche durch die Verträge von 1815 aus Frankreich entfernt worden war, kaufte d’Artigues die Glashütte Saint-Anne bei Baccarat. 1822 fusionierte die Baccarat-Kristallmanufaktur mit der nördlich gelegenen Glashütte Trélon, die damals ausschließlich Fensterglas herstellte. Der Mann, der Baccarat-Kristall zu seiner Bedeutung verhalf, war ein Gelehrter, Glastechniker und zugleich ein hervorragender Manager: J. B. Toussaint, der bis zu seinem Tod 1858 sowohl französischen als auch ausländischen Konkurrenten das Leben schwer machte. Unter diesen Konkurrenten hatte die Manufaktur Creusot staatliche Unterstützung erhalten, um das Geheimnis der aus England importierten farbigen Kristalle zu lüften. Die Manufaktur Creusot, auch bekannt als Montcenis, war eine Wiederbelebung der königlichen Manufaktur, die 1783 von Lambert und Boyer in Sèvres gegründet worden war. Aufgrund von Misswirtschaft beschloss die Regierung 1785, die Manufaktur an Creusot zu übertragen. Trotz einiger bemerkenswerter Erfolge, insbesondere mit gelben und türkisfarbenen Opalkristallen, geriet Creusot erneut in finanzielle Schwierigkeiten, und 1832 vereinbarten Baccarat und Saint-Louis den Kauf der Manufaktur und die Stilllegung der Öfen. Während der Restauration wurden zwei weitere Manufakturen gegründet: Choisy-le-Roi im Jahr 1821 und Bercy im Jahr 1827. 1832 wurde ein Handelsabkommen zwischen Baccarat und Saint-Louis auf die Manufakturen Choisy-le-Roi und Bercy ausgeweitet, die sich durch hervorragende Produktion bewährt hatten. (Zeit Karls X., um 1825)
- Referenz :
- 1091
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- Verkauft
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- 12 (cm)
- Höhe :
- 22 (cm)
- Tiefe :
- 9 (cm)
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- FALSCH